
Gesund & köstlich mit Marlene
Ballettunterricht für Erwachsene und Ernährungsberatung


Glutenfreies Brot mit Mandelmehl und Hafermehl
30 Minuten Zubereitung, Gärzeit über die Nacht
Backzeit ca. 70 Minuten
Heute teile ich mein liebstes glutenfreies Brot mit dir! Ich liebe es so sehr, dass ich es regelmäßig backe. Es ist schnell herzustellen, unterstützt eine gute Verdauung, fördert einen super Stuhlgang und schmeckt obendrein einfach nur köstlich!
Bist du neugierig wie ein Brot mit Mandelmehl schmeckt? Ich kann dir sagen beinahe wie ein Stück Kuchen:-) Im Ernst, bisschen Butter und etwas von deiner Lieblingsmarmelade darauf und hhhmmmm du bist im Himmel! Es ist so ein leckeres Brot! Glutenfrei, schnell herzustellen und sorgt für einen fantastischen Stuhlgang! Nebenbei liefert es auch sehr viel Eiweiß, ich könnte tatsächlich von einem Eiweiß-Brot sprechen.
So einfach ist die Zubereitung: nur die feuchten und trockenen Zutaten abwiegen, vermischen, formen und fertig! Das geht so schnell, in 30 Minuten bist du schon fertig!
Anschließend brauchst du ein bisschen Geduld. Denn der Teigling ruht über die Nacht im Gärkörbchen im Kühlschrank. Das hat seinen Grund: dabei werden Nährstoffe aufgeschlossen, Antinährstoffe abgebaut und das Brot wird äußerst bekömmlich. Und auch für den Geschmack ist das förderlich, denn er wird durch den Gärprozess aromatischer.
Am nächsten Tag wird das Brot gebacken. So einfach geht dieses herrliche glutenfreie Mandelmehlbrot mit Hafermehl.
Hauptbestandteile des Brotes sind
- Hafermehl
- Mandelmehl
- Flohsamenschalen
- Kokosmehl
- Buchweizenmehl
- Feine Maisstärke
Ein paar Informationen zu Flohsamenschalen
Einer der Bestandteile des Brotes sind Flohsamenschalen. Flohsamenschalen bestehen zu rund 85 % aus wasserlöslichen Ballaststoffen (Schleimstoffe). Damit tust du deiner Verdauung richtig viel Gutes. Sie quellen im Darm extrem stark auf, indem sie das über 50-fache ihrer Masse an Flüssigkeit binden. Diese Eigenschaft reguliert die Verdauung, hilft bei Verstopfung sowie Durchfall und fördert ein gutes Sättigungsgefühl. Wichtig ist, dass du ausreichend trinkst! Mindestens 1 – 2 Gläser Wasser oder ungesüßter Tee solltest du zu einer Scheibe Brot trinken und mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag zu dir nehmen. Empfehlenswert sind Mineralwasser oder ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees.
Wirkung von Flohsamenschalen:
- sie besitzen eine hohe Quellfähigkeit: in Wasser eingeweicht bilden die Schalen ein Gel, das den Stuhl weich macht und das Volumen erhöht.
- Flohsamenschalen wirken sanft regulierend auf den Darm. Bitte beachte, dass die Wirkung oft erst nach 12 bis 24 Stunden bemerkbar ist. Aber: bei Magen-Darm-Beschwerden können sie schnell für Besserung sorgen; ein Teelöffel Flohsamenschalen in 200 ml Wasser geben und 10 Minuten quellen lassen, anschließend trinken. Die Flohsamenschalen binden das Wasser im Darm und sorgen so für Besserung gegen Durchfall und Verstopfung.
- Flüssigkeitszufuhr: da Flohsamenschalen viel Wasser binden, solltest du mindestens 1 - 2 Gläser Wasser trinken, wenn du 5 g bis 10 g Flohsamenschalen zu dir nimmst, um einen Darmverschluss zu vermeiden.
- Verdauung: Sie verbessern die Stuhlkonsistenz: der Stuhl wird weicher und voluminöser, die Passage wird erleichtert.
- Gesundheit: Positiver Einfluss auf Cholesterin und Blutzucker Werte.
- Sättigung: sie helfen beim Gewichtsmanagement indem sie lange satt halten.
Halte dich bitte genau an die Zutaten und die Zubereitung. Die Rezeptur ist über Monate entstanden und es hat seinen Grund, warum die Zutaten in genau der Reihenfolge, dem Gewicht und den Zutaten verarbeitet werden. Also bitte ganz präzise und penibel an das Rezept halten, dann wirst du mit einem herrlichen Brot belohnt.
Sollte man sich glutenfrei ernähren?
Dies ist ein glutenfreies Brotrezept ohne Sauerteig. Muss ich mich glutenfrei ernähren? Wenn du nicht an Zöliakie erkrankt bist oder unter Glutenunverträglichkeit leidest, musst du dich nicht glutenfrei ernähren. Ich habe ein glutenfreies Brot kreieren wollen, um meinen lieben Darmbakterien viel Abwechslung zu gönnen. Für ein glutenfreies Brot werden andere Zutaten verwendet wie z.B. für ein Roggenbrot. Diese Abwechslung tut dem Magen-Darm-Trakt gut und fördert einen gesunden Verdauungstrakt, denn unsere guten Darmbakterien lieben Vielfalt und Abwechslung.
Warum entsteht bei glutenfreien Broten oft eine Speckschicht?
Glutenfreie Brote weisen oft eine Speckschicht auf. Das liegt daran, dass das Klebereiweiß Gluten fehlt. Gluten führt zu guten Back- und Brotergebnissen. Mit diesem Rezept gelingt dir dennoch ein richtig gutes glutenfreies Brot bei dem die Speckschicht quasi fast eliminiert wird.
Einige Tipps, um die Speckschicht so gering wie möglich ausfallen zu lassen:
Der Teig sollte nicht zu lange in der Schüssel bearbeitet werden. Nur so lange mit den Händen die Zutaten vermengen, bis ein homogener Teig entstanden ist. Den Teig in der Schüssel nur kurz formen, in den Haferflocken wälzen und vorsichtig in das Gärkörbchen legen. Das Gären über die Nacht ist ein wichtiger Schritt um die Speckschicht weiter zu verringern. In diesem Prozess werden nicht nur Nährstoffe aufgeschlossen, Antinährstoffe abgebaut sondern auch ein besseres Backergebnis erzielt. Nach dem Gären das geformte Brot bitte langsam in die Backform gleiten lassen. Nach dem Backen das Brot komplett auskühlen lassen. Erst anschneiden, wenn das Brot vollständig erkaltet ist. Diese Tipps helfen die „Speckschicht“ zu eliminieren oder zu verringern und du erhälst ein wunderbares, köstliches Brot.

Zutaten:
35 g Flohsamen Schalen, gemahlen + 620 g kaltes Wasser
150 g Hafermehl
100 g Mandelmehl teilentölt
50 g Buchweizenmehl
50 g Kokosmehl
50 g Maisstärke
5 g Natron = 1 Päckchen Natron 5 g, z.B. von Dr. Oetker
5 g Backpulver = 1 gehäufter TL Backpulver
12 g Salz, das sind rund 2 Teelöffel Salz
38 g Honig
1 EL Apfelessig
80 g Haferflocken für Formen und Wälzen
30 g Haferflocken für das Gärkörbchen
Außerdem:
längliches Gärkörbchen
längliche Backform
Backpapier, Küchenpapier
Frischhaltefolie
zwei große Schüsseln (davon eine größere und eine etwas kleinere Schüssel)
Vorbereitung:
1. Ein Küchenpapier griffbereit zur Seite legen; daran putzt du später deine Hände ab, nachdem das Brot geformt wurde.
2. 80 g Haferflocken zum Wälzen und Formen abwiegen und beiseite stellen.
3. 30 g Haferflocken in das Gärkörbchen streuen.
Zubereitung erster Tag:
Du benötigst zwei große Schüsseln, eine größere und eine etwas kleinere. Die größere Schüssel ist für die Flohsamenschalen, die kleinere Schüssel für alle trockenen Zutaten.
1. In die größere Schüssel:
35 g Flohsamen Schalen mit 620 g kaltem Wasser übergießen und sofort verrühren, damit sich keine Klumpen bilden, anschließend beiseite stellen und 10 Minuten quellen lassen.
2. In die kleinere Schüssel:
150 g Hafermehl
100 g Mandelmehl teilentölt
50 g Buchweizenmehl
50 g Kokosmehl
50 g Maisstärke
5 g Natron = 1 Päckchen Natron 5 g, z.B. von Dr. Oetker
5 g Backpulver = 1 gehäufter TL Backpulver
12 g Salz
Alle trockenen Zutaten mit einem Esslöffel gut vermischen ! Du wirst wahrscheinlich kleine, weiße Mehlkörnchen sehen, diese bitte zerdrücken und gut unter mischen. Ich gestehe, am Anfang habe ich das manchmal übersehen, es ist aber wichtig, damit alle Mehle gleichmäßig verteilt werden und sich keine Klümpchen bilden. So sorgst du für ein gutes Backergebnis.
3. Die gequollenen Flohsamenschalen mit 1 EL Apfelessig und 38 g flüssigem Honig verrühren.
4. Jetzt bereitest du deine Küchenoberfläche für das Wälzen des Brotleibes in den Haferflocken vor: 80 g Haferflocken auf der sauberen Küchenoberfläche verteilen. Durch das Wälzen in Haferflocken erhält das Brot eine schöne Oberfläche, sieht toll aus und schmeckt super. Stelle bitte sicher, dass das Küchenpapier griffbereit ist. Du wirst es gleich brauchen.
5. Nun alle trockenen Zutaten zu den feuchten Zutaten geben: die gut vermischten Mehle zu den gequollenen Flohsamenschalen hinzufügen und mit den Händen alles gut vermengen. Bereits in der Schüssel mit den Händen den Teig zu einem Brot formen. Den Teig bitte nicht zu lange kneten. Nur gerade so lange, bis alle Zutaten gut vermengt sind. Es braucht ein bisschen Geschick und Feingefühl, bis sich alle Zutaten zu einem Brotlaib zusammen gefügt haben. Eventuell fügst du noch ein wenig Wasser hinzu. Bitte bedenke aber, je mehr Wasser du hinzufügst, desto eher entwickelt sich eine Speckschicht. Halte dich bitte penibel an die Gramm Angaben und du wirst mit einem tollen Brot belohnt.
Den geformten Brotlaib vorsichtig auf die ausgestreuten Haferflocken auf der Küchenoberfläche legen und von allen Seiten in den Haferflocken wälzen. Nun den Brotlaib vorsichtig in das mit Haferflocken ausgestreute Gärkörbchen legen, restliche Haferflocken darüber streuen und das Gärkörbchen mit Frischhaltefolie abdecken. Hände mit Küchenpapier säubern.
6. Nun das Gärkörbchen über die Nacht in den Kühlschrank stellen, denn gebacken wird am nächsten Tag. Durch diese Vorgehensweise werden Nährstoffe über Nacht aufgeschlossen und Antinährstoffe abgebaut. Es entsteht ein sehr bekömmliches und aromatisches Brot, das für einen guten Magen-Darm-Trakt sorgt. Da das Brot viele Ballaststoffe enthält, ist es wichtig viel zu trinken!
Theoretisch könnte das Brot jetzt schon gebacken werden. Ich backe das Brot bewusst einen Tag später. Denn durch das Einweichen im feuchten Teig, also das Gären, werden Nährstoffe aufgeschlossen, so können sie von unserem Körper besser verwertet werden. Antinährstoffe werden in diesem Prozess abgebaut. Das Brot ist bekömmlicher und aromatischer. Oft bereite ich den Teig am Vormittag zu, kurz bevor ich das Mittagessen koche oder manchmal am Nachmittag. Der Teig verbleibt so fast 20 Stunden im Kühlschrank, gärt also 20 Stunden. Zum Gären genügen bereits kürzere Zeiten von 12 Stunden, auch diese Gärzeiten sind für den Körper förderlich. Es ist eher eine Frage, wie es für dich am praktischsten ist. Ob du das Brot gegen Mittag oder am Nachmittag zubereitest und am nächsten Tag backst, spielt für die Bekömmlichkeit keinen großen Unterschied. Wichtig ist, dass der Teig eine Nacht im Kühlschrank gären darf.
Zweiter Tag, Brot backen:
Heute wird gebacken! Juchu!
1. Ein Backblech auf die unterste Schiene in den Backofen schieben, eine Backofen feste Schale mit Wasser füllen und auf den Backofenboden stellen. Den Backofen auf 230 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
2. Das Gärkörbchen aus dem Kühlschrank nehmen und die Frischhaltefolie entfernen. Ein Backpapier in die Backform legen und das Brot vorsichtig darauf legen.
3. Sowie der Backofen auf 230 Grad Ober- und Unterhitze aufgewärmt ist, die Backform auf das heiße Backblech stellen und 10 Minuten bei 230 Grad backen.
4. Nach 10 Minuten das Wasser aus dem Backofen nehmen, die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und weitere 60 Minuten backen.
5. Die Backform aus dem Ofen nehmen, das Brot aus der Backform nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen und genießen.
Das Brot wiegt rund zwischen 1100 g – 1150 g.
Tipp:
Keine Reste von dem Teig die Spüle hinunterspülen. Der Teig wird, wenn er getrocknet ist, fest wie Beton und kann die Spüle verstopfen! Alle Teigreste im Bio-Müll entsorgen.
Info:
Eine Brotknetmaschine brauchst du nicht um dieses Brot zu backen. Der Teig ist so leicht, dass das Kneten ganz einfach mit den Händen zu bewältigen ist. Wenn du eine Brotknetmaschine hast, kannst du sie natürlich dafür verwenden. Ich habe eine Brotknetmaschine und habe sie für dieses Brot noch nie benutzt, denn der Teig ist so leicht und so einfach zu bearbeiten. Tatsächlich sehe und spüre ich mit meinen Händen besser ob alle Zutaten gut vermengt sind.
